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Wo verläuft die Grenze?

Gerade hielt Peter Kruse in Berlin auf der re:publica seinen Vortrag “What’s Next?”. Er stellte die Auswertung von Wertemustern von knapp 200 heavy Internetnutzern vor. Erstes Ergebnis: Innerhalb der Internetnutzer gibt es eine starke Zweiteilung in den Werte- und Bewertungsmustern, die ein Verstehen zwischen beiden Hemisphären geradezu unmöglich macht. Die Zahlen bestätigen eine Vermutung, die mir vor einigen Tagen bei der Überlegung folgender Frage gekommen ist: Wo genau liegt eigentlich die Grenze zwischen den sich gegenwärtig um das Internet streitenden Fronten? Ist das wirklich ein Kampf zwischen Internetbefürwortern und Gegnern des Internet? Oder verläuft die Grenze nicht eher zwischen denjenigen, die das Internet wie einen Fernseher oder wie ein Telefonbuch benutzen (also rein rezipierend) und jenen, die das Internet auch zur Produktion nutzen und dort auch selbst Spuren hinterlassen?

Ist also nicht das Internet selbst, sondern das durch das Internet ermöglichte Zusammendenken von Rezeption und Produktion der eigentliche Unterschied?

Dieser Aspekt spielt auch in unserem Slow Media Ansatz eine zentrale Rolle, unter anderem in Gestalt des Inspirationsbegriffs - hier geht es um die Motivation zu eigener Produktion durch die Rezeption von etwas, das einen berührt. Wer das Internet nicht zum Produktivsein nutzt und es nicht auch als Schaffensraum empfindet, der kann daran dann natürlich auch nichts Inspirierendes finden. Vielleicht können wir diesen Faden auf dem Slow Media Panel der re:publica weiterspinnen.

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Dieser Beitrag steht etwas ausführlicher und mit Schlachtenbild auch auf www.slow-media.net