Alle Beiträge mit dem Stichwort ‘Schloss Buonconsiglio’

Bilder des Tages − Advent 2010

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24. Dezember 2010

Albrecht Dürer: Madonna mit der Birnenschnitte, 1512

Albrecht Dürer: Madonna mit der Birnenschnitte, 1512

Wir wünschen frohe Weihnachten und ein gutes Jahr 2011.

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23. Dezember 2010

Meister Bertram von Minden: Die Erschaffung der Tiere (1375-1383)

Meister Bertram von Minden: Die Erschaffung der Tiere (1375-1383)

Bevor morgen Gottes Sohn geboren wird, holen wir heute zunächst einmal die Erschaffung der Tiere nach. Die Innenseite des linken Außenflügels des zweifachen Wandelaltars befindet sich heute in der Kunsthalle in Hamburg.

P.S.: Wer genau hinsieht, entdeckt bereits das zu opfernde Lamm.

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22. Dezember 2010

Rembrandt: Jakob ringt mit dem Engel, 1658/59

Hier ein wunderschönes Bild von Rembrandt: Jakob ringt mit dem Engel. Es hängt in der Gemäldegalerie in Berlin (leider finde nichts, um dorthin zu verlinken). Mir gefällt die Ambivalenz, die es so körperlich zeigt: das Ringen ist Kampf und Umarmung zugleich. Segne mich! scheint er rufen. Eine ähnliche Ambivalenz stellt auch das Samson-Fresko vom 17. Dezember dar, in dessen Körperhaltung sich Kraft und Anlehnungsbedürfnis zu gleichen Teilen ausdrücken.

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21. Dezember 2010

An dem Bild des heutigen Tages bin ich heute morgen vorbeigelaufen: Ein liebevoll weihnachtlich-bestrickter Fußabstreiferdackel. Das Haus, in dessen Eingang er eingelassen ist, ist von 1910. Ob der geschmiedete Dackel schon seit dieser Zeit geduldig in der Ecke steht auf schmutzige Stiefel wartet? Natürlich findet er in Zeiten des Asphalts heute kaum mehr Abnehmer für seine Dienste. Vergangenheit und Gegenwart haben sich darauf geeinigt, dass er auf seine alten Tage nicht mehr frieren muss. Und so findet er seine neue Rolle in neuer Zeit, vom Schuhabtreter zum Maskottchen des Hauses. Vielleicht kein schlechter Tausch.

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20. Dezember 2010

snow crystals, Wilson Alwyn Bentley (Fotographien, 1902)

Snow Crystals, Wilson Alwyn Bentley, 1902

Schneekristalle. Angeblich gleicht keines dem anderen. Hier fotographiert von dem Schneeforscher, Fotographen und Farmer Wilson Alwyn Bentley, dem es 1885 als erstem gelang, die zerbrechlichen Formen unter dem Mikroskop abzulichten.

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19. Dezember 2010

Venceslao (böhmischer Meister): Januar. Um 1400. Fresko im Torre dell'Aquila, Schloss Buonconsiglio, Trient, Italien; Detail: Schneeballschlacht

Venceslao (böhmischer Meister): Januar. Um 1400. Fresko im Torre dell'Aquila, Schloss Buonconsiglio, Trient, Italien; Detail: Schneeballschlacht

Rechner aus und raus.

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18. Dezember 2010

Andrea Mantegna, Judith und Holofernes, ca. 1495

Andrea Mantegna, Judith und Holofernes, ca. 1495

Das heutige Bild des Tages erzählt eine weitere Geschichte von einer Frau und einem Mann.

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17. Dezember 2010

Samson, Fresko, Dom zu Limburg, 13. Jh.

Bei dem heutigen Bild - einem Fresko aus dem Limburger Dom - muss man genau hinsehen: Samson, der starke und unbezwingbare, reißt einen Baum aus - aber sieht man nicht auch, dass er sich an den Baum, den er ausreisst, anlehnt? Ihn geradezu umarmt? Und zugleich zerstörerisch und schutzbedürftig ist? Herrlich, diese Ambivalenz.

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16. Dezember 2010

Am Tag 16 singt die zeitlos göttliche Lotte Lenya für uns: “Ich war jung, Gott, erst 16 Jahre …”

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15. Dezember 2010

Meister der Zweiten Schule von Fontainebleau: Gabrielle d'Estrées und eine ihrer Schwestern, um 1594 (Louvre)

Das Bild des heutigen Tages stammt von einem Unbekannten. Auch die Motive geben Rätsel auf.

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14. Dezember 2010

"Mein Agnes", Federzeichnung von Albrecht Dürer, 1494

"Mein Agnes", Federzeichnung von Albrecht Dürer, 1494

Agnes Dürer war eine schöne wie geschäftstüchtige Frau. Und die bedürfen manchmal der ganz besonderen Pflege.

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13. Dezember 2010

„Du musst dein Leben ändern!” Was für ein Satz. Ein starker Satz. Neulich, als ich abends nach Hause gefahren bin, sprang er mir aus dem Autoradio entgegen: Du musst dein Leben ändern! Der nächtliche Radiomoderator sagte diesen Satz eindringlich einem ratsuchenden Anrufer ins Ohr, der über sein Doppelleben mit zwei Frauen und seinem geheimengehaltetenen Saunaclubbesitz bereits einen Herzinfarkt bekommen hatte.

“Du musst dein Leben ändern.” Mit diesem Fazit endet auch das Gedicht Rainer Maria Rilkes “Archaischer Torso Apollos”. Er schrieb es im Frühsommer 1908, inspiriert von der Skulptur Torso von Milet, die bis heute im Louvre in Paris zu sehen ist.

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Archaischer Torso Apollos

Wir kannten nicht sein unerhörtes Haupt,
darin die Augenäpfel reiften. Aber
sein Torso glüht noch wie ein Kandelaber,
in dem sein Schauen, nur zurückgeschraubt,

sich hält und glänzt. Sonst könnte nicht der Bug
der Brust dich blenden, und im leisen Drehen
der Lenden könnte nicht ein Lächeln gehen
zu jener Mitte, die die Zeugung trug.

Sonst stünde dieser Stein entstellt und kurz
unter der Schultern durchsichtigem Sturz
und flimmerte nicht so wie Raubtierfelle;

und bräche nicht aus allen seinen Rändern
aus wie ein Stern: denn da ist keine Stelle,
die dich nicht sieht. Du musst dein Leben ändern.

Rainer Maria Rilke

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12. Dezember 2010

carré blanc sur fond blanc , huile sur toile de Kasimir Malevitch, 1918. Museum of Modern Art de New York

carré blanc sur fond blanc , huile sur toile de Kasimir Malevitch, 1918. Museum of Modern Art de New York

Das Bild des Tages dient als Winterbild für unter Schneeentzug leidende Rheinländer und andernorts nach Weiß im Real Life Dürstende.

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11. Dezember 2010

Wie zwei Liebende liegen sie da, in all ihrer Vergänglichkeit. Zugegeben - das Bild habe ich eigentlich schon gestern abend hier gepostet, aber ohne folgende geschmackliche Lovestory: Man nehme gelbe Paprika und halbiere sie mit zartem Schnitte längst. In einer schönen Schüssel vereinen sich nun kleine runde vollreife rote Paradiesäpfel mit Schalotten und grüner Chili. Salz, Pfeffer würzen, Öl und etwas Essig und ab ins Paprikabett. Im Ofen ruhen sie erst 20 Minuten unter einer Decke, dann nochmal so lange ganz offen. Dazugab es gestern Reis und die beiden bildschönen Bonitos.

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10. Dezember 2010

Sitzungssaal N° 10, Conseil de l'Europe, Strasbourg

Vor zwei Wochen war ich in Strasbourg auf einer Konferenz im Europarat zu einem Podiumsgespräch eingeladen. Ich kannte den Europarat vorher nicht. Aber er ist unbedingt einen Besuch wert: und zwar alleine wegen dieser völlig abgefahrenen retro-futuristischen Innenarchitektur. Das Bild des heutigen Tages zeigt den Eingang zum Sitzungssaal 10.

(hier ein Videoeinterview mit Amaury de Rochegonde vor der N° 10)

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9. Dezember 2010

Les Très Riches Heures du duc de Berry, Folio 195r - The Mass of Saint Michael the Musée Condé, Chantilly.

Les Très Riches Heures du duc de Berry, Folio 195r - The Mass of Saint Michael the Musée Condé, Chantilly.

Viele suchen nach dem Heiligen Gral. Manche vermuten er läge hier in den alten Gemäuern des Mont St. Michel verborgen. Wenn ihn jemand finden, kann er sich gerne bei uns melden.

P.S.: Auf der anderen Seite der Bucht liegt übrigens das Hafenstädtchen Cancale mit seinen herrlichen Austern.

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8. Dezember 2010

Gainsborough, Thomas  Mrs Elizabeth Moody with her sons Samuel and Thomas year  c.1779-85

Thomas Gainsborough, Mrs Elizabeth Moody with her sons Samuel and Thomas, c.1779-85

Das Bild des Tages hängt in der überaus sehenswerten Dulwich Picture Gallery in London und ist eigentlich zwei Bilder. Ursprünglich zeigte es nur Mrs. Elizabeth Moody. Erst nach ihrem Tode kamen die Kinder zu ihr auf das Gemälde. Eine Röntgenaufnahmen konnte zeigen, dass Gainsborough vermutlich fünf Jahre nach dem ursprünglichen Portrait das Gemälde ergänzte.

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7. Dezember 2010

Automatische Ente von J. de Vaucanson, 1738

Auf den gestrigen Silberschwan im Foyer des Bowes Museum folgt heute eine Ente. Im englischen Wikipedia-Beitrag über den Silberschwan hieß es, er sei ein “automaton” - ein schönes Wort -, als dessen Prototyp die mechanische Ente von Jacques de Vaucanson gilt. Die Ente, die gelegentlich auch zur Illustration der Kybernetik herangezogen wird, konnte flattern, schnattern und verdauen. Ihr Verdauungstrakt war ein Meisterwerk der Automation, ihr Darm der erste bewegliche Gummischlauch, womit Monsieur de Vaucanson auch als Erfinder des Gartenschlauches gelten darf. Der Traum des Erfinders Vaucanson war es offenbar, “einen möglichst akkurat funktionierenden künstlichen Menschen zu erschaffen” (W). Also Scheu vor großen Herausforderungen hatte er nicht, der Herr Erfinder. Einen akkurat funktionierenden Menschen hat wohl bisher noch keiner hingekriegt.

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6. Dezember 2010

Juan Rizi: San Gregorio, 1660

Das Bild des heutigen Nikolaustages stellt Papst Gregor den I. (auch Gregor Dialogus) dar. Das Bild hängt im Bowes Museum, einem sonderbaren, wuchtigen aber dennoch charmanten Museum im britischen Norden, das für einen lebensgroßen Silberschwan bekannt ist, der aus dem 18. Jahrhundert stammt und dessen feine Mechanik noch heute täglich aufgezogen wird, damit er sich im Museums-Foyer einen Fisch fangen kann.

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5. Dezember 2010

Das Bild des heutigen Tages verspätet wegen Schneetreibens.

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4. Dezember 2010

Das Bild des Tages sind eigentlich ganz viele Bilder hintereinander. Wer also an diesem schönen Voradventssamstag lieber in Ruhe auf dem Sofa sitzen mag, schaue sich doch diese simulierte Bewegung an. Der rasante Ritt stammt vom Fotografen Eadweard Muybridge, der gerade in der Tate in London mir einer Sonderausstellung geehrt wird.

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3. Dezember 2010

Sofia Hultén, pipe shelf, aus der ARbeit "Individual Features Removed", 2005. Courtesy the artist and Korad Fischer Galerie

Sofia Hultén, pipe shelf, aus der Arbeit "Individual Features Removed", 2005. © and courtesy of the artist and Konrad Fischer Galerie

Das Bild des Tages heute ist ein kommunikativer Glücksfall. Als Reaktion auf die Einladung unsere Bilder des Tages im Advent 2010 zu verfolgen, bekamen wir als Gegengruß und Gegengabe von Thomas Rieger aus der Galerie Konrad Fischer Bilder der Arbeit “Individual Features Removed” von Sofia Hultèn zugemailt. Großartig! Uns war sofort klar: Eines muss das kommende Bild des Tages werden. Et voilà.

Das Bild des Tages ist nun eigentlich eine Skulptur. Sofia Hultèn, die unter anderem bei Rebecca Horn studierte, hat hier Objekte aus einem Nachlass “entindividualisiert”, d.h. “jeden Hinweis auf den ursprünglichen Besitzer, also auch seine Fingerabdrücke, entfernt. So entsteht eine Pfeife ohne eingravierte Initialen und komplett innen ausgefräst”, beschreibt Thomas das so veränderte objet trouvé. Mit anderen Worten “Ceci n’est pas une pipe“.

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2. Dezember 2010

Caspar David Friedrich: Adolf Gottlieb Friedrich

Das Bild des heutigen Tages ist allen Seifensiedern und Lichtgießern gewidmet. Die Kreidezeichnung stammt von Caspar David Friedrich (der sonst eher für weiße Kreide bekannt ist) und stellt seinen Vater Adolf Gottlieb Friedrich dar. Er war Seifensieder und Lichtgießer. Das waren offenbar komplementäre Berufe, weil der Abgang des Talges beim Kerzengießen unmittelbar zum Herstellen von Seife weiterverwendet werden konnte. Daran musste ich denken, als ich gestern Abend in einem Düsseldorfer Lokal names “Seifen Horst” war, einer alten Eckdrogerie mit Originalinventar. Hier ein Foto davon.

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1. Dezember 2010

Hans Holbein d. J., aus: Der Totentanz

Hans Holbein d. J., aus: Der Totentanz, 1538

Zum Auftakt ein schöner Holzschnitt von Hans Holbein, dem Jüngeren: “Die Schöpfung aller Dinge”.  Es bestand bei uns zunächst Uneinigkeit darüber, ob der Hund im Vordergrund ikonographisch für “Treue” oder für “Ausschweifung” steht. Fürs Protokoll sei festgestellt: Er steht für Treue (und die Schnecke für Trägheit und Wollust, eine vorzügliche Kombination).

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