Quellenkritik

Die gute, alte Quellenkritik gewinnt mit den neuen Medien an Bedeutung. Die Quelle von Informationen muss vor ihrer Verwendung gewichtet werden. Wie glaubwürdig und seriös ist der Absender? Welche Interessen bestehen möglicherweise und können Auswirkungen auf die Darstellung von Sachverhalten haben? Welche gegenteiligen Positonen und Ansätze gibt es? Auch die herkömmliche journalistische Maßgabe, eine Information durch zwei unabhängige Quellen abzusichern gilt so nicht mehr: Online-Quellen sind in hohem Maße voneinander abhängig, zentrale Fehlerquellen vervielfältigen sich in rasantem Tempo. Wenn alle voneinander die falsche Information abschreiben, dann hilft nur das Absichern mit einer Primärquelle.

So sah sich Spiegel Online im letzten Jahr anlässlich eines Artikels über Powells Wahlempfehlung zu folgender Aussage genötigt:

Anmerkung: In einer früheren Fassung dieses Textes hieß es, Powell habe “ausdrücklich erklärt”, er werde “aktiv Wahlkampf” für Obama machen. Denn so hatte es die Nachrichtenagentur dpa gemeldet. Tatsächlich sagte Powell in dem NBC-Interview jedoch das genaue Gegenteil: Er werde nicht aktiv für den Demokraten Wahlkampf machen. SPIEGEL ONLINE hatte die dpa-Meldung nicht überprüft, die entsprechende Passage wurde inzwischen geändert. Wir bitten diesen Fehler zu entschuldigen.

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