Web 2.0

Web 2.0 (sprich: “Webb zwei null”) ist das häufigste Buzzword der neuen Medien. Tim O’Reilly greift zwar in seinem zentralen Artikel den Begriff Web 2.0 auf und definiert ihn auch. Dennoch wird das Schlagwort Web 2.0 gerne für Phänomene gebraucht, die man sonst nicht genau näher beschreiben oder erklären kann („nobody even knows what it means”, sagen Kritiker).

Versuchen wir es so: Eingebettet zwischen Web 1.0 (dem Internet wie es früher war) und Web 3.0 (dem Internet von morgen) beschreibt Web 2.0 die technologischen Voraussetzungen, die Interaktion, Zusammenarbeit und Partizipation ermöglichen, und deren Effekte. Die Informationstechnologie ermöglicht es, dass Nutzer, die überall in der Welt verstreut sind, über das Internet zeitgleich auf dieselben Daten zugreifen und diese verändern können. Nutzer lesen nicht nur Informationen, sondern können sie auch verändern, ergänzen, anpassen, sich beteiligen. Und da es sich dabei nicht nur um einen Nutzer und seine persönlichen Kompetenzen handelt, sondern um (richtig) viele, lässt sich auf diese Weise sehr effizient Wissen ansammeln.

Dieser Effekt ist nicht nur eine Spielerei, sondern produziert handfeste, richtige, greifbare Ergebnisse. Die Online-Enzyklopädie Wikipedia ist - bei allen systembedingten Schwachstellen - in nur einigen Jahren zu einer wirklichen Konkurrenz für den Brockhaus und die Encyclopaedia Britannica herangewachsen, mit konkreten wirtschaftlichen Konsequenzen für beide Unternehmen.

In Open Source Software, an der Programmierer aus aller Welt arbeiten, bündeln sich immer mehr Entwicklerjahre zu stabilen Betriebssystemen, die selbstverständlich auch in Ministerien und Behörden eingesetzt werden. Open Source Software ist ein relevanter wirtschaftlicher Faktor, stellte auch 2006 eine Studie der EU fest.

Kommentar zu “Web 2.0”

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