in Prosa

Sabria David studierte Germanistik (Deutsche Literatur und Linguistik) und Kunstgeschichte an der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn. Ihre Schwerpunkte waren metadiskursive Ansätze der Poetologie und der Methodologie sowie Sprachwissenschaft. Sie arbeitete 5 Jahre lang an dem interdisziplinären Institut für geschichtliche Landeskunde der Rheinlande und pflegte dort die Namenskunde, das Frühneuhochdeutsche und die Dialektologie. Nach dem Studium (Magisterarbeit statt bei dem inzwischen verstorbenen Beda Allemann bei dem Systemtheoretiker Jürgen Fohrmann, der allerdings in ihrer Arbeit die Monadentheorie von Leibnitz vermisste) trat sie eine Vollzeitstelle als PR-Referentin in der PR-Agentur Cosmed Renner & Partner an. Nach einem ausgewachsenen Praxisschock entdeckte sie recht schnell die Herausforderung, die in dem Handwerk des Schreibens auch von gänzlich profanen Themen liegt. Wie gewinnt man einen Leser dazu, etwas zu lesen, was er nicht lesen muss?

Ganz lassen konnte sie die Wissenschaft aber nicht. Parallel zur klassischen Agenturlaufbahn widmete sie sich einer Arbeit über Paul Celans Henri Michaux-Übersetzungen und den Synergien zwischen Lesen, Übersetzen und Schreiben. Ein Forschungs-Stipendium des Literatur-Archivs Marbach führte sie in das im Keller gelegene Magazin, wo sie (bei 12° Schonklima) die Bibliothek Paul Celans und seine mit Bleistiftnotizen versehenen Handexemplare sichtete. 1997 konzipierte sie mit Kollegen die große Jahres-Ausstellung des Schiller-National-Museums Marbach und veröffentlichte noch unter ihrem Geburtsnamen Filali den Ausstellungskatalog „Fremde Nähe. Celan als Übersetzer”.

Danach beschloss sie, sich mit ganzer Energie ihrer Agenturarbeit und neuen Projekten zu widmen.
Das Handwerk des Schreibens deklinierte sie durch verschiedenste Textsorten, wies die Agentur-Praktikanten in das Handwerk des Textens ein und gab an der RWTH Aachen Seminare zu praxisorientiertem Schreiben. Mehr und mehr verlagerte sich Ihre Arbeit ins Strategische und Konzeptionelle, wie die Konzeption von internationalen Marketingmaßnahmenplänen und die Erstellung von Kommunikations-Guidelines für den internationalen Einsatz. In den letzten Jahren kristallisieren sich Unternehmenskommunikation, Namensentwicklung und strategische Beratung als ihre favorisierten Schwerpunkte heraus.

Besonders gerne beschäftigt sie sich derzeit mit offenen und geschlossenen Systemen, hält Vorträge über Medienwandel, Emergenzphänomene und die Entwicklungen rund um das Web2.0, wo sich Systemtheorie, Kommunikationslehre, Kulturgeschichte, Wirtschaftsethik, Philosophie und Managementheorien kreuzen.

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