Avantgarden, Halbwertszeiten und eine hochgezogene Augenbraue

Anfang Mai war ich auf einer Tagung in Lüttich, im französischsprachigen Belgien. Tagungsthema war „Alternde Avantgarden - Poetik und Politik des Alterns in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur” [pdf]. Auf Einladung des „Centre d’études allemandes” der Universität Lüttich hielt ich einen Vortrag über die Halbwertszeit digitaler Zukünftsentwürfe und die Geschwindigkeit, mit der Manifeste altern. Neben so schönen Eindrücken wie dem Besuch des letztes Café Chantant Belgiens und ausnehmend angenehmen Gesprächen bin ich mit einem Bündel an Anregungen und Zu-Lesendem zurückgekommen. Susan Sontags „Notes on Camp”, „Loslabern” von Rainald Goetz, Diederichsen - um nur einige Vorhaben zu nennen.

Avantgarde, das ist immer „Avantgarde”, sagte Moritz Baßler, Professor an der Universität in Münster in Anlehnung an den „Camp”-Begriff. Und das ist auch das Schöne, dass der Begriff „Avantgarde” in jedem Kontext und aus jedem Blickwinkel neu gesehen werden kann und auch muss. Baßler zeigte - mit den Beatles beginnend - Phänomene auf, die sich als synchrone Massen-Avantgarde verstehen lassen. Ganz im Gegensatz zu Wassily Kandinskis These der pyramidenförmigen Entwicklung der Kultur, an deren Spitze einsam der erleuchtete Künstler steht. Oder vielmehr: Als nebengeordnete Avantgarde-Erscheinungsform, als eine von vielen Varianten in den „Foyers de la Culture”.

Torsten Casimir -  Chefredakteur des Börsenblattes -, in dessen Brust ein analoges und ein digitales Herz schlagen, ist selbst zu „jung für den ewigen analogen Frieden”. Er sprach über das „Best-Before-Datum” der eigenen Modelle, auf das die ältere Generation der Verlagsleiter mit Beklemmung schaut und über das digitalisierungsgetriebene „Altern der Prozesse” im Verlagswesen, das sich nun neue (Vertriebs-)Wege erschließen muss. Und auch hier stellt sich die Frage: Wo ist vorne? Wo geht es hin? Casimir setzt auf avantgardistische Alte, die neue Konzepte für bewährte Medien schaffen und auf einen „Salto immortale des Buches”.

Ein Gewinn waren alle Vorträge. Schade um die, die mir entgangen sind, wie der Eingangsvortrag der auf ihre unnachahmliche Art brillanten Tagungsleiterin Alexandra Pontzen, Professorin an der Universität Lüttich.

Hier einige Auszüge aus der Sprechfassung meines Vortrags am 8. Mai 2010:

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Alternde Avantgarden - Poetik und Politik des Alterns in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur

Internationale Tagung 6. - 8. Mai 2010

Centre d’études allemandes CEA

Universität Lüttich Belgien

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Visionen von gestern und morgen - wie schnell altern Manifeste?
Zur Halbwertszeit digitaler Zukunftsentwürfe von Cluetrain bis Slow Media

Sabria David

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Meine sehr verehrten Damen und Herren,

[...]

ich spreche heute zu Ihnen als die Vertreterin zweiter Welten: Der NORMALEN Welt und der DIGITALEN Welt.

The Earth seen from Apollo 17 (Wikipedia)[1]

Vertreterin der normalen Welt bin ich, weil ich bis vor kurzem wie die meisten das Internet in erster Linie als Recherchequelle und Visitenkarte genutzt und damit auch sehr gut gelebt und gearbeitet habe.

Visualisierung der verschiedenen Routen durch Teile des Internets[2]

Als Vertreterin der digitalen Welt stehe ich vor Ihnen, weil ich dann doch wissen wollte, was da im Netz passiert. Nennen Sie es eine déformation professionelle, nennen Sie es Neugierde oder die Angst, etwas zu verpassen. Jedenfalls wollte ich wissen, ob und in welchen Kontexten diese neuen Kommunikationswerkzeuge taugen.

Und ich muss sagen: Seit ich diese unangenehme Anfangsschwelle überwunden habe (die, bei der man täglich das Gefühl hat, hinterm Mond zu leben), ist es eine wirkliche Bereicherung, den digitalen Kontinent zu entdecken.

Gibt es eine Digitale Avantgarde?

Im Zusammenhang mit dem Digitalen wird meist von den „neuen Medien” gesprochen. Doch wie neu sind diese Medien eigentlich wirklich? Auf meine Frage danach, wie alt denn das Internet sei, bekomme ich die Antwort, dass - je nachdem wie man es deutet -1962 (Entwicklung des „Arpanet”) bzw. 1969 (dessen Nachfolger „Internet”) als das Geburtsjahr zu gelten hat.

Es sollte ein dezentrales Netzwerk geschaffen werden, das unterschiedliche US-amerikanische Universitäten, die für das Verteidigungsministerium forschten, miteinander verband. Das damals revolutionäre dezentrale Konzept enthielt schon die grundlegenden Aspekte des heutigen Internets. [...] Das Arpanet sorgte für eine einheitliche Möglichkeit, über weite Strecken zu kommunizieren, so wie es heute alltäglich ist. [...]“

Wikipedia-Eintrag „Arpanet”[3]

Das Internet ist damit sowohl militärischen wie akademischen Ursprungs. Es ist ungefähr so alt wie ich und schon auf dem besten Wege erwachsen zu werden. Blutjung ist es jedenfalls nicht mehr.

Trotz seiner über 40 Jahre jedoch provoziert das Internet die Gesellschaft wie kaum etwas anderes.

Es ist vor allem ein bestimmter Teil der digitalen Welt, der in der Gesellschaft Irritation auslöst: diejenige Gruppe der Internetnutzer, die das Internet nicht nur rezeptiv (also wie ein Telefonbuch oder eine Visitenkarte) nutzen, sondern die sich in ihr als einem Schaffens- und Lebensraum bewegt. Ich möchte diesen Bereich der digitalen Welt den „digitalen Kulturraum” nennen. Er besteht aus Menschen, die im Internet arbeiten, ins Internet schreiben („bloggen”) und im Internet Gespräche führen.

Ich glaube nicht, dass dieser digitale Kulturraum sich selbst tatsächlich als Avantgarde versteht. Aber er wird als solche wahrgenommen. Genauer: Er wird von außen als eine Gruppe wahrgenommen, die für sich selbst in Anspruch nimmt, Avantgarde zu sein. Und damit die anderen - die Bewohner der normalen Welt - zu Zurückgebliebenen macht.

Ich wollte das genauer wissen, und habe ein paar der üblichen Verdächtigen gefragt[4], ob sie sich selbst als Avantgarde bezeichnen - oder ob das andere über sie sagen.

Hier sind einige der Antworten:

Christian Heller, ein sehr junger Futurologe

Kathrin Passig, Ingeborg-Bachmann-Preisträgerin 2006

Martina Pickhardt, Beraterin, Gründerin

Johnny Haeusler, Grimme-Online-Preisträger 2006, Gründer des Blogs „Spreeblick”

Das klingt anders, wenn in konventionellen Medien von eben diesen Menschen die Rede ist. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die der Blogosphäre in inniger Hassliebe verbunden ist, titelt mit „Verschworener Haufen: Die Blogger-Elite in Berlin”. Und anlässlich der Konferenz re:publica vor drei Wochen kündigte sie ein dreiseitiges Dossier über die Deutschen Blogger auf der Titelseite folgendermaßen an:

Lange hielten sich die Blogger für die Avantgarde im Internet. Mit dieser Rolle waren sie so beschäftigt, dass sie gar nicht merkten, wie die Zeit sie überholt.[5]

Damit wären die Blogger als überholte Avantgarde bereits jetzt die Prototypen dieses Tagungsthemas, der alternden Avantgarde (so schnell altert man nicht einmal im Internet).

Das mit „Deutsche Blogger” betitelte Dossier enthält vernichtende Urteile wie dieses:

Jörg Wittkewitz bloggt unter digitalpublic. Obwohl er sich hauptsächlich damit beschäftigt, ist sein Blog eher unbedeutend.

Man hüte sich, das als reinen Generationenkonflikt zu lesen, der zwischen erfahrenen Erwachsenen (print) und pubertierenden Halbstarken (online) stattfindet. In besagtem FAZ-Dossier berichtet Marcus Jauer (nach Aussage der FAZ-Autorenseite: Jahrgang 1974[6]) über den Blogger Johnny Haeusler (nach eigener Aussage: „Mitte 40 und Familienvater”, also rund 10 Jahre älter). Wo genau liegen da die Frontverläufe?

Die klassische Print-Presse nimmt für sich in Anspruch, für die normale Welt zu sprechen. Wir dürfen also davon ausgehen, dass das von ihr verwendete Vokabular der vermuteten Mehrheitsmeinung entspricht: Da ist von „Netzutopisten”[7] (Zeit, FAZ) die Rede, von „Evangelisten”[8] (Welt), von „Netzapologeten”[9] (Zeit), Mathias Döpfner spricht gar von „Web-Kommunisten” („abstruse Fantasien von spätideologisch verirrten Web-Kommunisten”)[10].

Flankiert wird diese Terminologie zumeist von Kultur-Untergangsszenarien, in denen die Werke von Künstlern, Autoren und Journalisten ausgeschlachtet und im Rahmen einer webkultischen Handlung als Opfergabe der Netzgemeinde - kostenfrei - zum Fraß vorgeworfen werden.

Gibt es also eine digitale Avantgarde?

Ich halte das Label „Avantgarde” für eine Zuschreibung von außen. Sie ergibt sich aus der Differenz zwischen der eigenen Position und der Position der vermeintlichen „Mehrheit”. Avantgarde, das sind „die anderen”.

Die Differenz an sich ist von der so apostrophierten Avantgardeszene nicht per se gewünscht. Im Gegenteil sehe ich einige Bemühungen, diese Differenz zu verkleinern; sehe das Bedürfnis, sich zu erklären und täglich wieder das entrüstete (also im Grunde: enttäuschte) Weiterleiten von Artikeln, die belegen, dass man schon wieder gründlich missverstanden wurde.

Exkurs: Diese Art des Selbstverständnisses als Vorhut, die vorausgeht, trifft - in technologischer Hinsicht - eher auf die Gruppe der „Early Adopters” zu. Deren Selbstverständnis lautet: jedes „next shiny toy” (Google Buzz, Wave, Foursquare, Flattr) als erstes auszuprobieren und dann zum nächsten Neuen weiterzuziehen. Sie ziehen gemeinsam wie Techniknomaden weiter und fangen jeweils gemeinsam bei Null an (vgl. Beitrag Benedikt Köhler[11]).

Wie reagiert die Gesellschaft auf Visionäre oder solche, die sich dafür halten?

Nehmen wir als Beispiel den 1980 verstorbenen kanadischen Philosophen und Medientheoretiker Marshall McLuhan. Von ihm können wir in der Rückschau sagen, dass er definitiv visionär war. Er beschrieb schon 1962 - im Geburtsjahr des Arpanet - den Einfluss des elektrischen Zeitalters auf die Literalität. Er sagte ein Wiedererwachen der Oralität[12], eine Retribalisierung und das Ende der Gutenberg Galaxie vorher. Alle Veränderungen, die durch das Web 2.0 - das sogenannte „Mitmachweb” - in diesem Augenblick vor sich gehen, sind dort schon exakt angelegt (inklusive dem Aneinadergeraten verschiedener kultureller Muster). Wie Marshall McLuhan damals begegnet wurde, sehen wir in einer Videoaufzeichnung[13] einer zeitgenössischen Fernsehsendung über ihn.

Der Moderator führt Marshall McLuhan ein als - Zitat - „Poet, Philosopher, Prophet, Oracle of the Electric Age”.

min 2:47

Dann fügt der Moderator hinzu: “But almost everyone agrees, noone can make sense out of more than 10 % of what McLuhan has to say.” Und es braucht keine 15 Sekunden, bis das Gesicht des Moderators folgenden Ausdruck annimmt:

min 3:02

Sein Körper spricht aus, wie mit diesen vermeintlichen Avantgardisten umgegangen wird: Leicht zurückgeneigte, distanzierte Haltung, spöttisch-ironisch hochgezogene Augenbraue, die spitzen Finger sind ihm geradezu anzusehen.

Und der Avantgardist? Celui, qui marche en avant (wie es im Larousse von 1954 heißt) - wie reagiert er? Wir sehen es an der nächsten Einstellung, in der McLuhan von einem Interviewer kaum wertneutral folgendes gefragt wird: “What kind of message are you trying to get across?”:

min 3:05

Der Arme. Genervt, unwirsch zieht er an seiner Zigarette, bevor er dem Interviewer überraschend höflich den Paradigmenwechsel vom „literate man” zum „electric man” darlegt und dies an Hand von James Joyce’s Finnegans Wake (1939) belegt. 1.000 mal wohl wird er es schon erklärt haben, und trotzdem versteht ihn immer noch keiner. How can you get your message across? - diese  Grundfrage stellt sich wohl allen, die etwas zu sagen haben, das - noch - nicht der Mehrheitsmeinung entspricht.

Manifeste aus dem digitalen Kulturraum

Vielleicht sind deshalb Avantgarden gerne flankiert von Manifesten. Vielleicht sind Manifeste der Versuch, diese Distanz zu überbrücken. It’s a way to get your message across. Ein Manifest ist eine Art, sich zu Wort zu melden und das Gespräch - oder auch die Auseinandersetzung - zu suchen.

Natürlich passt das Schreiben von Manifesten genau in das Bild einer digitalen Avantgarde. Und in der Tat, das Schreiben von Manifesten ist auf dem digitalen Kontinent beliebt.

Doch während die Manifeste der klassischen Avantgarde die anarchistische Tat preisen, „die angriffslustige Bewegung, die fiebrige Schlaflosigkeit, den Laufschritt, den Salto mortale, die Ohrfeige und den Faustschlag”[14] oder zumindest die Vereinigung aller Arbeiter Europas fordern, nehmen sich im Vergleich dazu die Manifeste des digitalen Kulturraums geradezu brav und bescheiden aus.

Von Italien aus schleudern wir unser Manifest voll mitreißender und zündender Heftigkeit in die Welt, mit dem wir heute den Futurismus gründen, denn wir wollen dieses Land vom Krebsgeschwür der Professoren, Archäologen, Fremdenführer und Antiquare befreien.

Das futuristische Manifest, F.T. Marinetti, 1909[15]

Das Selbstverständnis ist hier übrigens tatsächlich das einer Avantgarde:

Ein ungeheurer Stolz schwellte unsere Brust, denn wir fühlten, in dieser Stunde die einzigen Wachen und Aufrechten zu sein, wie stolze Leuchttürme oder vorgeschobene Wachtposten vor dem Heer der feindlichen Sterne, die aus ihren himmlischen Feldlagern herunterblickten.[16]

Ein Manifest zu schreiben ist natürlich eine große Geste. Es ist eine Anmaßung, der man erst gerecht werden muss - und wehe, das gelingt einem nicht. Dann bleibt die große Geste ohne Antwort im Raum stehen, vor aller Augen. Fallhöhe garantiert. Eine ins Leere laufende große Ambition, die weithin als solche erkennbar ist, macht einen dann zu einem Fall für die Peinlichkeitsforschung. Das Schreiben von Manifesten ist also ein gefährliches Terrain. Anmaßung unvermeidlich.

Schon dass ich das „Slow Media Manifest” im selben Atemzug mit dem „Cluetrain Manifest” nenne, ist natürlich eine Anmaßung. Denn Cluetrain war ein erwiesenermaßen visionäres Manifest.

Das Cluetrain Manifest

Das Cluetrain Manifest[17] ist 1999 erschienen, mitten in der Blüte der New Economy, die damals noch ein Dotcom-Boom und noch keine Dotcom-Blase war. Darin formulierten vier Amerikaner 95 Thesen über das neue Verhältnis von Unternehmen und ihren Kunden im Zeitalter des Internet. Das Manifest hatte einen komischen Namen, wurde auf einer nichtssagend aussehenden Website veröffentlich und ist dennoch - wie wir heute aus der Rückschau wissen - bahnbrechend und, ja, tatsächlich, visionär.

In der Vorrede heißt es zu den Online-Märkten:

Vernetzte Märkte haben angefangen sich schneller selbst zu organisieren, als die Unternehmen, von denen sie bisher beliefert wurden. Dank des Webs sind Märkte besser informiert, werden intelligenter und fordernder hinsichtlich der Qualitäten, die den meisten Organisationen fehlen.

Hier einige der 95 Thesen:

1. Märkte sind Gespräche.

3. Gespräche zwischen Menschen klingen menschlich. Sie werden mit einer menschlichen Stimme geführt.

6. Das Internet ermöglicht Gespräche unter Menschen, die in den Zeiten der Massenmedien einfach nicht möglich waren.

7. Hyperlinks untergraben Hierarchien.

25. Unternehmen müssen ihren Elfenbeinturm verlassen und mit den Menschen sprechen, zu denen sie Beziehungen aufbauen wollen.

95. Wir wachen auf und verbinden uns miteinander. Wir schauen, aber wir warten nicht.

Die Erosion bisheriger Hierarchieverhältnisse, die subversive Kraft von Verbrauchern und Nutzern, die sich untereinander austauschen und Wissen teilen können und die Unmöglichkeit für Unternehmen wie bisher Informationsströme zu kontrollieren - all das ist hier schon angekündigt. Wobei der qualitative Wechsel nicht im Internet selbst besteht, sondern darin, über das Internet zu kommunizieren.

Das Cluetrain hat in den letzten 10 Jahren nicht an Aktualität eingebüßt. Im Gegenteil, es wird von Tag zu Tag aktueller. Die dort angekündigten Umwälzungen sind grade im vollen Gange und noch längst nicht beendet. Das Manifest wirkt über lange Zeit nach und wird immer relevanter (bis vermutlich irgendwann die Übergangsphase, von der es spricht, abgeschlossen sein wird).
Das mit dem Manifest-Schreiben kann aber auch schief gehen, wie das Beispiel des “Internet-Manifestes” zeigt.

Das Internet-Manifest

Im Herbst 2009 schlossen sich 15 führende Internetpublizisten (Blogger, Journalisten, Autoren) zusammen, um der „normalen Welt” das Internet zu erklären. Sie schrieben gemeinsam das „Internet-Manifest[18] und stellten darin „17 Behauptungen” auf, „wie Journalismus heute funktioniert”. Darin beschreiben sie die Einflüsse des digitalen Wandels auf den Journalismus klassischer Prägung und auf seine Rolle als Gatekeeper.

Obwohl in diesem Manifest eigentlich nichts Ungewöhnliches oder wirklich Provokantes steht, geht irgendetwas schief. Zwar war die Aufmerksamkeit erwartetermaßen hoch, doch waren es vornehmlich Wellen der Entrüstung und Häme die hoch- und über den prominenten Vertretern der digitalen Welt zusammenschlugen. Stefan Niggemeier, einer der Autoren, erklärte sich keine vier Tage später mit einem fünf Seiten langen „nachgereichten Beipackzettel”[19].

Wir haben [das Manifest] geschrieben, weil wir das Gefühl hatten, dass [es] geschrieben werden muss. Weil wir es nicht mehr ausgehalten haben, was die Verleger der Medien, für die wir oftmals arbeiten und auf die wir eigentlich auch in Zukunft nicht verzichten wollen, Woche für Woche für gefährlichen, himmelschreienden Unsinn über das Internet in die Welt posaunt haben.

Und:

Ich wollte versuchen - und ich glaube, den anderen ging es genau so - in der Debatte über die Zukunft des Journalismus einen Widerpart zu verankern, einen Punkt, auf den andere sich beziehen können, wenn wieder einmal von Lobbyisten irgendeine Erklärung in irgendeiner Stadt verabschiedet wird, in der sie zur Rettung des Publizierens auf Papier auffordern statt zur Rettung des Journalismus. Wenn wieder einmal jemand das Internet auf Diebe, Rufmörder, Kinderschänder reduziert.

Was also ist da passiert? Die Verfasser des Internet-Manifests wollten sich und das Internet erklären. Damit haben sie aber die bestehenden Positionen des Grabenkampfes festgeschrieben und sind selbst zwischen die Fronten geraten.

Denn - zum einen - will die „normale Welt”, allen voran der Print-Journalismus, gar nicht unbedingt das Internet erklärt bekommen.

Bodo Hombach, der Geschäftsführer der WAZ-Mediengruppe, antwortete harsch und watschte das Manifest als „Nebelkerze”[20] ab:

Wenn nur die Apostel der schönen neuen Welt nicht gleich mit Endzeit-Predigt und Weherufen antworten würden.

Und

Das Internet ist kein rechtsfreier Raum[21]. Wenn dort Verbrechen geplant und durchgeführt werden, wenn skrupellose Drahtzieher das humane Genom der Gesellschaft attackieren, wenn vor allem auch schutzbedürftige Gruppen wie Kinder und Jugendliche den gemeinsten Gewaltphantasien ausgesetzt werden, dann ist die geforderte „unantastbare Freiheit” purer Zynismus.

Sie sehen, da hat das Sich-Erklären nicht viel gebracht, denn Bodo Hombach reproduziert hiermit genau das, wogegen das Manifest laut Stefan Niggemeier angeschrieben hat („Wenn wieder einmal jemand das Internet auf Diebe, Rufmörder, Kinderschänder reduziert”).

Es ist nicht immer leicht mit dem Sich-Erklären.

Zum anderen - und dies ist die andere Front - wollte die digitale Gesellschaft gar nicht, dass eine Handvoll Alphablogger in ihrem Namen spricht, auch nicht für das hehre Ziel, der normalen Welt das Internet zu erklären. Sie empfand es als Anmaßung.

Don Alphonso, Blogbar, 1.4. 2010[22]

Die wenig zimperliche Kritik des meinungsfreudigen Don Alphonso bezieht sich auf die große Geste, die ohne Widerhall im Leeren endet und auf die Anmaßung “sich als Elite auf[zu]spielen”. Wie verhält es sich also mit der Halbwertszeit des „Internet-Manifests”? Die Epochalität hat es wohl nicht einlösen können. Aber war diese überhaupt beabsichtigt? Die Manifest-Autoren wollten sich erklären und haben sich exponiert, um einen Referenzpunkt für eine gesellschaftliche Debatte zu setzen. Dies ist ihnen wohl gelungen, auch wenn sie selbst stärker im Sturm standen als erwartet.

Das Slow Media Manifest

Anfang des Jahres haben sich dann meine beiden Co-Autoren Benedikt Köhler, Jörg Blumtritt und ich uns auch mit einem Manifest ans Licht dieser Öffentlichkeit gewagt. Das Slow Media Manifest ist der Versuch, die bestehenden Fronten zurückzulassen und einen dritten Weg zu gehen. Wir schlagen vor, die Mediendebatte nicht mehr anhand der Mediendarreichungsform zu führen, sondern anhand einer noch zu schaffenden übergeordneten Kategorie. Wir nennen diese Kategorie „slow”, in Anlehnung an die Slow Food Bewegung, bei der es auch um Aufmerksamkeit bei der Wahl der Zutaten, um Konzentration in der Zubereitung und das genussvolle Teilen mit anderen geht. Slow Media zielen auf eine bestimmte Haltung, mit der Medien produziert und rezipiert werden. Wir möchten Medien nicht danach urteilen, welcher Seite sie angehören, der normalen Welt oder der digitalen Welt. Schließlich haben diese beiden Welten einander viel zu geben: Eine fundierte Quellenkritik wird gerade in der digitalen Welt immer wichtiger. Diskursivität und die Bereitschaft nicht nur zu senden, sondern auch zuzuhören, ist eine sehr inspirierende Bereicherung durch die digitale Welt, mit der sich die normale noch schwer tut.

Slow Media fragt nicht: Ist das Papier oder Pixel? Sondern: Was sagt es mir? Berührt es mich? Werde ich ernst genommen oder bevormundet? Will ich mit anderen darüber sprechen? Wie kann ich es einordnen? Hallt es nach oder verpufft die Wirkung? Macht es eine neue Perspektive möglich?

Den von uns im Manifest aufgestellten Kriterienkatalog entwickeln wir weiter, in dem wir auf dem slowmedia-Blog praktische Beispiele vorstellen und untereinader und mit unseren Lesern besprechen: Was bedeutet Nachhaltigkeit für ein Printmagazin? Wie fördert eine Website mit Bachs Kantatenwerken das Gespräch? Was hat Heinrich von Kleist über Twitter geschrieben? Welche Analogien gibt es in einer digitalen Medienwelt zum gegenseitigen Vorlesen von Gedichten? Welchen Nachhall hat das babylonische Sprachgewirr in Zettels Traum? Mit wie vielen Freunden und Gläsern Wein ist das lesbar? In welchem Verhältnis stehen Perfektionismus und Spiel?

Wir haben das Manifest am 2. Januar diesen Jahres veröffentlicht und sind nahezu sofort von Reaktionen überrannt worden. Euphorische, kritische, hämische, verächtliche, interessierte, ablehnende, zustimmende. Das Manifest ist von französischen Lesern ins Französische übersetzt und dort rezipiert worden. Die französische Fassung haben Italiener gelesen und dann ins Italienische übersetzt. Das Manifest wird in Estland gelesen, in Mexico. Wir werden von dem norwegischen Rundfunk interviewt und auf Podiumsdiskussionen gefragt „Was soll der Scheiß überhaupt?”. Aber wir werden dies von Zuhörern gefragt, die bis zum Schluss bei der Diskussion dabeibleiben.

Natürlich ist auch unser Manifest eine Anmaßung, für manche eine kaum zu ertragen. Die hochgezogene Augenbraue des McLuhan-Moderators spüren wir durchaus auch.

Das Aufstellen von Thesen im und zum Internet ist sehr beliebt, wobei man gerne auch staatstragend wird und das ganze dann Manifest nennt. Ein bisschen Martin Luther- und Karl Marx-Pathos schwingt da zwangsläufig mit.

Stefan Mey, Medien-Ökonomie-Blog[23]

Erinnert sich noch einer an das internet-manifest.de? Natürlich nicht, daher bringen wir es ja an dieser Stelle in Ihre Erinnerung. Auf slow-media.net/manifest/ wird nun die nächste Sau durchs Dorf getrieben.

hype2-Blog, o. A.[24]

„Pseudointellektuelles Geschwurbel”

Dirk Kirchberg, HAZ[25]

Und schon am 5. Januar hat Marcus Bösch auf dem Weg zum Supermarkt selbst ein Manifest verfasst, um zu beweisen, dass das in 5 Minuten geht.

Mein Manifest

Ich schreibe auch mal ein Manifest. Auf dem Telefon, auf dem Weg zum Supermarkt (Gurke, Joghurt & Pfefferminztee).

[...]*okay, das hat 5 Minuten gedauert.[26]

Als Nachtrag zu seinem Blogbeitrag „Dieses Slow Media Manifest” (3. Januar 2010)[27]

Hal Faber auf Heise, sehr wohlfeil formuliert:

Stattdessen fand sich nur ein schwachsinniges Slow Media Manifest, das daherkommt, als sei es auf dem Einwickelpapier von Manufactum gedruckt worden: “Slow Media sind auratisch”. Ja, es gibt sie noch, die gestelzten Dinge. Soll man sich wirklich über Schleichmedien freuen, die (These 2) “in fokussierter Wachheit mit Genuss konsumiert” werden? Dann doch lieber “zerstreut schlafen” und den Tam Tam der “Prosumenten” in Blogdorf verklingen lassen. [28]

Und es gibt auch andere:

Seit Anfang des Jahres bekomme ich in wachsender Zahl Mails oder Tweets, in denen mir Kollegen, Bekannte, Freunde oder Geschäftspartner diesen link zum Slow Media Manifest www.slow-media.net/manifest schicken. Oft versehen mit Hinweisen wie „unbedingt lesen” oder „ich kann jeden Satz unterschreiben” oder „mir aus dem Herzen gesprochen”. [...] Nach dem dritten Mal las ich den Text dann ganz - noch immer weiß ich nicht so Recht, was ich davon halten soll.[29]

Dirk Rumberg, Erfinder der SZ-Bibliothek

Vielleicht stimmt es, dass unser Manifest „eine handvoll recht offensichtlicher Erkenntnisse in Textform” ist.[30] Vielleicht stimmt aber auch, was meine Co-Autoren sagen, und wir haben etwas manifest und damit greifbar gemacht, was in der Luft lag. Haben also implizites Wissen in explizites umgewandelt. In jedem Fall ist es ein laufendes Experiment, an dem nach wie vor gearbeitet wird.

Ausblick

Ist das Slow Media Manifest nun ein Stück Avantgarde oder „pseudointellektuelles Geschwurbel”? Das wird sich erst viel später in der Rückschau sagen lassen, wenn noch viele weitere Säue durchs Dorf getrieben sein werden. Ein Sturm weht vom Paradiese[31] her und bläst uns unaufhaltsam weiter, aber in welche Richtung es geht, das wissen wir nicht.

Wer weiß, vielleicht können wir später dann, im Alter, in unseren Schaukelstühlen beruhigt mit unseren Häuptern nicken und sagen: Ja, das war damals wirklich sehr visionär von uns. Und uns dann selbst stolz zu den alternden Avantgarden zählen.

Andererseits: Wer weiß schon, wie es weiter geht? Es kann schließlich auch immer alles ganz anders kommen.

[32]

+ + + +

Zugabe:

Die Digitale Bohème singt Bohemian Rhapsody auf dem Blogger-Kongress und pfeift auf den Twitter-Gründer Biz Stone, der zu spät zur Videoschaltung kommt:

http://carta.info/25768/republica-2010-singt-bohemian-rapsody-video/

(Waiting for absent Biz Stone and making him obsolete)

+ + + +

Nachtrag I:

Und wieder ein weiterer Fall von Generationskampf mit umgekehrten Vorzeichen. Diesmal FAZ-Redakteur Edo Reents (Jahrgang 1965) gegen Professor Peter Kruse (geboren 1955). Titel des Artikels in der FAZ vom 19. Mai 2010: “Der Vollweise“. Dort heißt es in gehabt gehässigem Ton über den Netzwerkforscher:

Peter Kruse gilt im Internet vielen als Guru, als „Netzwerkpapst” und „Vordenker”. Dabei gehört er auch nur zu den Leuten, die das Einfache kompliziert erklären und sich als Berater ausgeben.

Und:

Sein Wissensdrang scheint grenzenlos. Womöglich treibt ihn aber auch nur die Angst vor dem Abgemeldetsein.

Nachtrag II (30. Januar 2012):

Höchst interessant: Ansgar Heveling, ein im Jahr 1972 geborener, CDU-Politiker reproduziert in seinem Gastkommentar im Handelsblatt vom 30. Januar 2012 exakt die in diesem Beitrag skizzierten Beobachtungen. Das überraschend junge Alter, der gehässige Ton, das frontale Lagerdenken - das alles findet sich exakt genauso auch fast 2 Jahre später wieder.

“Wir dürfen die Gestaltung der Zukunft nicht denen überlassen, die sich als digitale Avantgarde verstehen und meinen, sie wüssten, was das Beste [...] sei.”

Das wäre auch ein sehr schöner Beleg für meine Thesen gewesen. Schade, dass sich in der Hinsicht nicht mehr getan hat.

Nachtrag III (30. Januar 2012):

Allerdings muss man sagen, dass Edo Reents, der noch in Nachtrag I ein Beispiel für die gehässige Häme gegenüber der vermeintlichen digitalen Avantgarde lieferte, unlängst in der FAZ auf sehr überzeugende Art Marina Weisband, die politische Geschäftsführerin der Piraten-Partei (sic!), mit ihrem Twitternamen (sic!) im Titel zur Kanzlerin kürte: “Afelia wird Kanzlerin“. Man kann also noch auf Vernunft und Lernfähigkeit hoffen.


[1] http://de.wikipedia.org/wiki/Erde

[2] http://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Datei:Internet_map_1024.jpg&filetimestamp=20070107155122

[3] Wikipedia-Eintrag zu „Arpanet” Zugriffdatum: 4. Mai 2010 http://de.wikipedia.org/wiki/Arpanet

[4] http://twitter.com/meta_blum/status/13127290389

[5] FAZ, Mittwoch, 14. April 2010, S. 1, Dossier S. 29 - 31

[6] http://www.faz.net/s/RubD87FF48828064DAA974C2FF3CC5F6867/Doc~E4D5DF97B21E042C482FF2B695B5EFC50~ATpl~Ecommon~Scontent.html

[7] http://www.zeit.de/1996/28/titel.txt.19960705.xml, http://www.faz.net/s/RubE219BC35AB30426197C224F193F54B1B/Doc~E01B62424E520497B9CCF1C9E743F17F9~ATpl~Ecommon~Scontent.html

[8] Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer AG, wettert gegen Gratiskultur http://www.welt.de/webwelt/article5553778/Doepfner-wettert-gegen-Umsonstkultur-im-Internet.html

[9] Fachvokabular der „ZEIT”:  http://www.zeit.de/2009/14/01-Winnenden

[10] http://www.manager-magazin.de/it/artikel/0,2828,667250,00.html

[11] Benedikt Köhler: Die Communitas der Early Adopters. In: Viralmythen. http://blog.metaroll.de/2010/04/11/die-communitas-der-early-adopters/ Weitere Ergänzung: Die Early-Adopter-Szene, fein seziert von Sascha Lobo: http://saschalobo.com/2010/05/07/der-unaufhaltsame-aufstieg-des-social-networks-formsquare/

[12] Zum Thema Oralität und Literalität im digitalen Zeitalter s.a. diesen Vortrag: http://www.text-raum.de/zweiraum/die-genese-offener-werke

[13] http://www.youtube.com/watch?v=faK9HUvH2ck&NR=1

[14] F.T. Marinetti: Manifest des Futurismus. Zit. nach: Manifeste und Proklamationen der europäischen Avantgarde, S. 3-7.

[15] F.T. Marinetti: Manifest des Futurismus. Zit. nach: Manifeste und Proklamationen der europäischen Avantgarde, S. 3-7. Hier: S. 5.

[16] ebd. S. 3.

[17] Rick Levine, Christopher Locke, Doc Searls und David Weinberger: http://www.cluetrain.com/ bzw. http://www.cluetrain.de/

[18] Markus Beckedahl, Mercedes Bunz, Julius Endert, Johnny Haeusler, Thomas Knüwer, Sascha Lobo, Robin Meyer-Lucht, Wolfgang Michal, Stefan Niggemeier, Kathrin Passig, Janko Röttgers, Peter Schink, Mario Sixtus, Peter Stawowy, Fiete Stegers: http://internet-manifest.de

[19] Stefan Niggemeier: Nachgereichter Beipackzettel http://www.stefan-niggemeier.de/blog/das-manifest-das-wozu-und-das-danach/

[20] Bodo Hombach: Das Internet-Manifest - eher eine Nebelkerze als ein Suchscheinwerfer”. In: Der Westen  06.10.2009 http://www.derwesten.de/nachrichten/technik/Das-Internet-Manifest-eher-eine-Nebelkerze-als-ein-Suchscheinwerfer-id117121.html

[21] Das ist ein gängiger Topos des absichtlichen Missverstehens und eine Unterstellung (niemand behauptet, dass das Internet ein rechtsfreier Raum sein solle).

[22] http://blogbar.de/archiv/2010/04/01/was-macht-eigentlich/ Don Alphonso (alias Rainer Meyer) führt auch einen frequentierten Blog in der FAZ, auf dem „Klassenkampf von oben” betreibt.

[23] Stefan Mey in seinem Medien-Ökonomie-Blog http://stefanmey.wordpress.com/2010/04/25/ulrike-langer-5-thesen-zu-wertschopfungsketten/

[24] Ohne Autorenangabe http://hype2.wordpress.com/2010/01/04/das-hype2-manifest/

[25] Hannoversche Allgemeine http://kirchberg.haz.de/2010/04/rp10-wo-sind-wir-stehengeblieben/

[26] http://www.marcus-boesch.de/post/318416880/mein-manifest

[27] http://www.marcus-boesch.de/post/314613263/dieses-slow-media-manifest

[28] http://www.heise.de/newsticker/meldung/Was-war-Was-wird-900235.html

[29] Dirk Rumberg: „Slow Media” und der Wunsch nach Qualität und Weisheit. In:   http://www.buchmarkt.de/content/41157-rumbergs-randnotiz.htm. Er kommt zu einem sehr schönen Schluss: „Inzwischen glaube ich, „Slow Media” ist ganz einfach nur ein neuer Begriff für Qualität, also ganz einfach so: Slow Media = good Media = Qualität, die man mit Gewinn und Genuss, nein - eben nicht nur konsumiert, sondern sich aneignet. - Vielleicht ja sogar mit einem Zugewinn an Weisheit sich anverwandelt, womit wir wieder bei T.S. Eliot wären.”

[30] http://www.marcus-boesch.de/post/314613263/dieses-slow-media-manifest

[31] Walter Benjamin: Über den Begriff der Geschichte These IX (zit. nach http://www.martinblumentritt.de/benjamin.htm)

[32] http://mdesmond.com/index.php?id=endoftheinternet

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4 Kommentare zu “Avantgarden, Halbwertszeiten und eine hochgezogene Augenbraue”

  1. slow media » Neues zum Grenzverlauf zwischen Papier + Pixel

    [...] dem Titel “Avantgarden, Halbwertszeiten und eine hochgezogene Augenbraue” habe ich die Sprechfassung des Vortrags auf TEXT-RAUM online gestellt. Das hiesige Slow [...]

  2. SLOW MEDIA | TEXT-RAUM

    [...] Alternde Avantgarden, Universität Lüttich, Belgien [...]

  3. Martin R

    Es zeigt sich deutlich eine Struktur des Internets die der des Gehirn nahe kommt.
    Je vielefälltiger und Artenreicher desto Lebendiger und Vernetzter.
    Es wird Zeit das auch das Stromnetz diese Form annimt.
    It clearly shows a structure of the Internet to that of the brain is close. The fall-off and many more species-rich and Networked Living. It is also the time either accepts the power of this form.

  4. Zack Tesoro

    Each time I see blogs as excellent as this for the reason that I will need to cease bludging and start working on mine.Thanks

Kommentare