Von Flundern und Wundern

arnoglossus scapha, die linksäugige Flunder

Entdeckungen in Wikipedia: die linksäugige Flunder

Die Entwicklung von Produktnamen ist eine schöne Sache. Die Strategie steht, die Anforderungen an den Namen sind abgestimmt, und dann geht’s los. Herrlich, auf was man dabei stößt. Da sucht man ahnungslos einen domainfähigen, international aussprechbaren zweisilbigen Namen mit möglichst vielen “A”s und wenig Unterlängen, und schon ist es passiert. Eine Entdeckung.

So stieß ich auf arnoglossus scapha, die linksäugige Flunder. Mag sein, dass ich nach der atemlosen Recherchejagd in einem besonderen Zustand war. Mag sein, dass ich in diesem Zustand über alles gelacht hätte. Mag sein, dass auch die Warzenscharbe, ein neuseeländischer Vogel, der sich hauptsächlich von linksäugigen Flundern ernährt und bereits im 19. Jahrhundert “ein Opfer der Federmode” wurde, auch ihren Anteil daran hatte. Jedenfalls habe ich selten so Tränen gelacht.

Es war Liebe auf den ersten Blick. Ich habe sie sofort in mein Herz geschlossen. Man muss nämlich wissen, dass Flundern üblicherweise rechtsäugig sind. Die linksäugige Flunder ist also eine mutige Ausnahme. Ihre frühe Jugend verbringen beide Arten noch als aufrechte Freischwimmer mit beidseitigen Augen, erst später legen sie sich auf den Meeresboden und das Auge der Blindseite wandert auf die Oberseite. Wie geht sowas? Ein Wunder. Ach, das Leben kann so schön sein. Und voller Rätsel.

Noch so ein Rätsel: Die obige Abbildung stammt aus dem Wikipediaeintrag* über arnoglossus scapha. Wer genau hinschaut, sieht natürlich, dass da die Augen auf der rechten Schädelseite liegen statt links… Ach, rechts, links, wer will da kleinlich sein. Kontern wir das Bild einfach, und schon ist die Welt wieder in Ordnung:

Arnoglossus scapha, die jetzt wirklich linksäugige Flunder

* Mehr zum Thema Qualitätssicherung bei Wikipedia hier in unserem kleinen Web 2.0-Wörterbuch

Stichworte: , , , ,

Kommentare